Abschlussjagd

Wir waren am 27.1. zu einer kleineren Jagd bei Freunden eingeladen, auch in mehreren Nachbarrevieren wurde zur gleichen Zeit gejagt.

Das Ergebnis mit 7 Sauen verschiedener Größe (überwiegend Frischlinge) und 3 Rehe kann sich durchaus sehen lassen, denn es waren nur 10 Schützen auf gut eingeteilten Ständen, 3 Hundeführer und zwei Treiberbuben. In den Nachbarjagden mit wesentlich größerer bejagter Fläche und einem erheblich größeren Aufgebot an Schützen war die Strecke noch nicht mal halb so groß.

Carmina stoebert

Es macht auch Freude, zu sehen, wie die Hunde arbeiten. Uleika war ja gerade erst gedeckt und mit der Hitze noch nicht ganz fertig, sie fiel also aus. Unser Dicker durfte sich wieder mal als „Sauschreck“ austoben, und Carmina konnte mit der sauerfahrenen Franja, die auch aus unserem Zwinger stammt, erste Erfahrungen am Schwarzwild sammeln. Sie zeigte keine Angst, sondern ausreichend Wildschärfe – auch am Rehwild.

Es ist ungemein wichtig, einen Stöberhund im ersten Lebensjahr mit zur Jagd zu nehmen, damit er auf die Wildarten geprägt wird, die er später jagen soll. Wenn man bedenkt, dass Carmina erst knapp 8 Monaten alt ist, kann man sehr zufrieden sein. Sie hing dem einen Stück Rehwild an der Drossel, als es den Fangschuss bekam und hat nicht dabei gezuckt. Und sie war auch an den Sauen vorne mit dabei und hat den ganzen Tag unermüdlich gesucht.

So lernt der Hund Schuss und Beute positiv zu verknüpfen, während man mit sinnloser Knallerei auf Lehrgängen und Hundekursen sensible Hunde leicht verprellen kann – der Schaden ist dann nur schwer wieder wettzumachen. In der Jagdpraxis wird jedoch nicht andauernd geknallt, die Entfernung zu den Schüssen ist unterschiedlich und der Hund, der das Jagen positiv empfindet, lernt dass die Schüsse einfach dazugehören zum Beute machen und reagiert neutral oder positiv darauf.

Natürlich sollte man es nicht übertreiben mit einem jungen Hund, nicht auf zuviele Jagden mitnehmen, sondern den jungen Hund gezielt neben erfahrenen älteren Hunden anlernen, und auch mal auf den eignen Jagderfolg zugunsten des Hundes verzichten und *mit dem Hund* jagen – darunter verstehe ich nicht sturheil als „Treiberwehr“ von hinten bis vorne durch das vorgesehene Revierteil zu rennen, sondern die erfahrenen Hundeführer gehen mit den Hunden und wenn die Hunde hinter einer Rotte weg sind, wird gewartet bis die Hunde wieder größtenteils zurück sind, dann wird gemeinsam die nächste Dickung in Angriff genommen. Dabei können aber auch die Hundeführer noch zu ihrem Jagderfolg kommen, wenn ein Fangschuß anzutragen ist oder ein von den Hunden gehaltenes Stück mit dem Messer abgefangen werden muss.

Dabei lernt dann auch ein junger Hund neben mehreren erfahrenen Hunden, dass Jagen und Beute machen mit dem Jagdkumpan Mensch zusammengehören, und dass es nichts bringt, stundenlang hinter einem Stück Wild hinterherzurennen. Das kann aber ein junger Hund nicht lernen, wenn man ihn zu Hause lässt.

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